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Jahrelang stand die ehemalige AWO-Kindertagesstätte in der Voltmerstr. 40 leer. Als zur Diskussion stand, dass die Räume für Lagerzwecke genutzt werden sollten, fanden sich im Februar 1985 achtzehn Hainhölzerinnen und Hainhölzer im Gemeindehaus der St. Marienkirche zusammen und berieten die Angelegenheit. Sie waren sich schnell einig: Hainholz braucht eine Begegnungsstätte für jung und alt. Hartmut Meyer, der spätere erste Kassierer, regte an, die Räumlichkeiten für Kultur zu nutzen. Da die Pflege der Stadtteilkultur eine Aufgabe des Bezirksrates sei, könne hier die größtmögliche Unterstützung erreicht werden.
Die Hainhölzer Kulturgemeinschaft wurde gegründet, Arno Höbel zum Vorsitzenden gewählt. Nun begannen die Verhandlungen mit der Stadt Hannover über eine Nutzungsmöglichkeit. In Gesprächen mit dem Kulturamt regte Frau Vornbäumen an, einen Kulturtreff einzurichten, wie er kurz vorher im Roderbruch entstanden war. Der Bezirksrat Nord stimmte einstimmig zu, dem Verein das Grundstück zu überlassen. Die Verhandlungen mit der Stadt liefen weiter, das Hochbauamt schätzte die Umbaukosten auf 180 000 DM, hinter hohem Unkraut wurde schon mal „heimlich” angefangen zu renovieren. Im Dezember 1985 wurde dann ein Vertrag zwischen Stadt und Kulturgemeinschaft geschlossen. Letztere sollte 80 000 DM Eigenbeteiligung einbringen, sie hatte gerade 800 DM in der Kasse. Nun wurde geklotzt. Herr Steinweg von der Stadtteilbeilage der hannoverschen Zeitungen unterstützte das Vorhaben durch seine Berichterstattung und hat so viel zur wohlwollenden Förderung durch Politiker und Geschäftswelt beigetragen. Ein Vorstandsmitglied verteilte Spendenbriefe und die ersten Spenden waren noch vor seiner Rückkehr vom Verteilen telefonisch angekündigt.
Während der Bauphase waren immer wieder Schüler der Helen-Keller-Schule in den Pausen am Helfen, Rektor Erich Braun und der damalige Hausmeister halfen, so weit sie konnten. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg von ursprünglich zwölf Mitgliedern langsam an. Heute sind es rd. 90 Mitglieder.
Am 28. Juni 1986 konnte der Kulturtreff Hainholz mit seinen zwei großen Räumen, einem Gruppen- und einem Werkraum in Anwesenheit von Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg mit einem großen Fest eröffnet werden. Im Garten pflanzte er einen Baum mit dem Wunsch, dass der Kulturtreff so wie der Baum wachsen möge. Daran kann heute keiner mehr zweifeln.
Im Laufe der Jahre wuchs der Kulturtreff immer stärker in den Stadtteil hinein, die verschiedensten Einrichtungen und die Vereine kooperierten und beteiligten sich an unterschiedlichen Projekten. Die Besucherzahlen wuchsen, die Gäste fühlten sich wohl und dankten es der Kulturgemeinschaft durch ihre Unterstützung.
Auch die Geschäftswelt und die Finanzinstitute halfen immer wieder. Um nur ein Beispiel zu nennen: so verzichtete das Bauunternehmen Lorenz zu seinem 100. Geburtstag auf Präsente seiner Partner und bat statt dessen um Spenden für den Kulturtreff. So konnten erstmals die Hainhölzer Kulturwochen stattfinden.
Im Kulturtreff selbst wurde es ein wenig eng. Das Programm lief auf vollen Touren, die Zahl der Gruppen wuchs. Da entschloß sich die Kulturgemeinschaft anzubauen. Hier legten besonders die Eltern unserer damaligen Eltern-Kind-Gruppe Hand an und leisteten viel Eigenarbeit. In wenigen Monaten entstand nun in Eigenarbeit ein kleines Haus mit einem weiteren Gruppenraum. Dank der Spendensammlungen des damaligen Vorsitzenden Arno Höbel konnte der Bau schuldenfrei aus eigenen Mitteln erstellt werden. Nun reicht unser Platzangebot bis auf wenige Ausnahmen aus, die wir aber mit Hilfe unserer Kooperationspartner erfüllen können.
Als der Spielplatz neben dem Kulturtreff erweitert werden sollte und die benachbarte Laube auf dem Grabeland zum Abriß anstand, bot sich die Möglichkeit, erstmals einen unbhängigen Raum für Jugendliche im Stadtteil zu schaffen. Die Eigeninitiative der Jugendlichen wurde von den Mitarbeitern der Kulturgemeinschaft unterstützt und mit dem Ziel der Selbstverwaltung gefördert.
In diese Zeit fiel leider auch der Tod unseres Vorsitzenden Arno Höbel und sein Stellvertreter Willi Middendorf wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Bald darauf kam Peter Lehmann als neuer Mitarbeiter für K.-P. Rüffer, der eine Stelle in seinem Beruf als Lehrer erhielt.
1997 löste Fritz Obert unseren Willi Middendorf als Vositzenden ab, der aus Krankheitsgründen nicht wieder kandidieren konnte und leider bald darauf verstarb. Die Hainhölzer Kulturgemeinschaft hat beiden ehemaligen Vorsitzenden, Arno Höbel und Willi Middendorf, und dem stellvertretenden Vorsitzenden Horst Reiche viel zu verdanken. Ihr Engagement füllte fast ihre gesamte Freizeit aus und trug viel zum Werden und Wachsen der Kulturgemeinschaft bei.
Wir haben in den vergangenen Jahren auch das Instrument BSHG-Kräfte genutzt. Dabei war zwar auch verlockend, dass ein Zuschuss zum Lohn gezahlt wurde. Der Vorstand war sich aber darüber klar, dass das Ziel ein Beitrag zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben sein muss. Und wir sind ein wenig stolz darauf, dass von den bisherigen Mitarbeitern zwei während ihrer Zeit bei uns in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten; bis zum heutigen Tage haben zwei Drittel aller unserer BSHG-Kräfte einen festen Arbeitsplatz erhalten - eine stolze Bilanz.
20 Jahre Kulturtreff Hainholz hieß auch 20 Jahre und mehr Engagement der Hainhölzer Kulturgemeinschaft e. V. und vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Ihnen allen sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Ebenso wie den Mitgliedern des Bezirksrates Nord, die mit ihren Beschlüssen die Arbeit des Kulturtreffs stets unterstützten, sowie im Beirat beratend tätig sind.
Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass ohne die Beihilfen der Stadt Hannover der Betrieb und das Programm so nicht möglich gewesen wäre. Wo sonst kann der eigenen kulturellen Beteiligung und Teilnahme so hautnah nachgegangen werden? Schließlich ist nur die Stadtteilkulturarbeit in der Lage, die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Stadtteil abzudecken. Doch die Finanzierung wird immer schwieriger. Schon jetzt stehen, trotz steigender Preise, nur noch ein Teil der früheren Veranstaltungsmittel zur Verfügung, von denen zudem ein Viertel selbst erwirtschaftet werden muss. Weitere Kürzungen darf es nicht geben, nicht für den Kulturtreff Hainholz, nicht für die anderen Kultureinrichtungen Hannovers, wenn Hannover weiterhin eine lebens- und liebenswerte Stadt bleiben soll. Die Hainhölzer Kulturgemeinschaft und der Kulturtreff Hainholz werden dazu ihren Beitrag leisten und mit allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in das nächste Jahrtausend gehen.
Im 21. Jahrhundert wurde Hainholz in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Auch hier leistet der Kulturtreff und die Kulturgemeinschaft ihren Beitrag. Sie stellt z. B. ihre Infrastruktur für die Sitzungen des Stadtteilforums und seiner Arbeitsgruppen bereit. Im Forum selbst, dem Entscheidungsgremium der Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils, und den Arbeitsgruppen sind sowohl Mitglieder der Kulturgemeinschaft aktiv wie auch unsere Mitarbeiter.
Im Großraum Hannover bildete sich die Verwaltungsorganisation der Region. Ihr untersteht auch das Berufsschulwesen und so kam es eines Tages, dass die Berufsbildende Schule in der Voltmerstraße (die frühere Bürgerschule und spätere Schule für Lernbehinderte) nicht mehr benötigt und an die Landeshauptstadt zurückgegeben wurde. Nun schlug der Fachbereich Bildung und Qualifizierung der Landeshauptstadt Hannover, in dem auch der Bereich Stadtteilkultur angesiedelt ist, 2005 vor, den Kulturtreff zusammen mit Teilen der Volkshochschule in die nicht mehr benötigte berufsbildende Schule zu verlegen. Damit wäre das Haus komplett in der Verwaltung eines Fachbereiches. Außerdem könnte durch den freigewordenen Kulturtreff der im Rahmen der Sanierung von den Einwohnern beschlossene Bau eines Kinder- und Jugendhauses entfallen. Vorstand und Mitglieder besichtigten darauf die Berufsschule, um zu schauen, ob ihre Arbeit in den neuen Räumlichkeiten zu verwirklichen sei. In einer Versammlung der Vereinsmitglieder trug dann der Fachbereich seine Ideen und Vorschläge vor, verwies auf die Chance zu verstärkter Kooperation mit der VHS und einem gewissen Maß an Zukunftssicherung. Nach Beratung des Vorstandes mit den Mitgliedern, Mitarbeitern und Nutzern ergab sich unter Einbeziehung aller „Fürs und Widers“ aus der Sicht des Vereins keine ausreichende Grundlage für die Aufgabe des bisherigen Geländes.
Auch die im Stadtteilforum Hainholz vertretenen Einwohnerinnen und Einwohner sprachen sich mehrheitlich für den jetzigen Standort aus. Vielen Dank für diese Unterstützung.
In all den vergangenen Jahren entwickelten wir unser Angebot weiter. Dabei haben wir auch auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Hainholz reagiert. So sind in den letzten Jahren beispielsweise Migranten- und Umsiedlergruppen stärker als in der Vergangenheit vertreten und nehmen einen Teil des Programmangebotes ein. Gleichzeitig bieten sie aber auch selbst Angebote im Kulturtreff.
Nun im Jahr 2007 erwartet die Kulturverwaltung erneut eine Zusage unseresreits zu einem Umzug in die leerstehende Schule. Die Argumente sind die gleichen und noch immer hören wir nur etwas von der „Möglichkeit einer Entwicklung zu neuen Aufgaben”, ohne jedoch bisher näheres dazu zu erfahren. Schon vor zwei Jahren haben wir in einem Workshop unsere Position erarbeitet, Chancen und Bedenken abgewägt. Im Workshop war auch die Fachverwaltung vertreten und ihr liegt das Ergebnis schriftlich vor. Schade nur, dass diese Bedenken nicht berücksichtigt werden. Wir sind auf ehrenamtliches Engagement angewiesen und müssen deshalb die Bedenken der Mitglieder ernst nehmen und dürfen sie nicht überfordern.
In verschiedenen Arbeitsgruppen und Workshops im Sanierungsgebiet Hainholz haben unsere Mitbürger einige Wünsche für Hainholz zusammengetragen. Im Rahmen eines Programms mit der Bezeichnung „Soziale Stadt” sollten auch diese Vorschläge Gehör finden. Wir hoffen auf und wünschen für den Stadtteil eine zukunftsträchtige bürgerorientierte Entwicklung.
Nun wurde im März 2007 der Druck auf die Mitglieder der Kulturgemeinschaft verstärkt und mit 'Liebesentzug' gedroht, so dass die Mitglieder um den Bestand des Vereins fürchteten und letztendlich einem Umzug in die demnächst frei werdende ehemaligen Zweigstelle der Alice-Salomon-Schule zustimmten. Die Verwaltung erstellte für die politischen Gremien eine Beschlussdrucksache, auf eine erneute Beteiligung der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner wurde verzichtet. Damit ist dann der Einsatz von Sanierungsmitteln für eine Umgestaltung möglich. Auch die politischen Gremien des Stadtteiles haben, obwohl ihnen die Voten aus dem Stadtteilforum und dem Verein bekannt sind, dem Verwaltungsvorschlag zum Umzug zugestimmt.
Nun beschäftigten sich in vielen Sitzungen die Mitglieder der Kulturgemeinschaft, ihre Mitarbeiter im Kulturtreff und Kurs- und Gruppenleiter mit der notwendigen künftigen Ausgestaltung des alten Schulgebäudes sowie des direkten Umfeldes. Wir legten Wert darauf, den Arbeitsablauf und die Bedürfnisse von Gruppen und Gästen im Hause so weit wie möglich zu berücksichtigen. Nachdem unsere Vorstellungen konkretisiert waren, begannen die Gespräche mit dem Fachbereich der Stadt und den beauftragten Planern. Natürlich war es ein zähes Ringen um einzelne Positionen, bis eine Einigung weitestgehend, teils nach Intervention des Bezirksrates Nord, erreicht werden konnte.
Der Umbau begann und sollte im Jahre 2009 abgeschlossen werden. So wurde uns der Umzug für den Januar 2010 angekündigt. Kurz vor Ablauf des Jahres erhielten wir dann die Nachricht, dass sich der Umzug bis Ostern 2010 verzögern wird. So wurde kurzfristig noch ein Programm für die Monate Januar und Februar 2010 zusammengestellt und der Umzugstermin großartig angekündigt. Als das Programm gedruckt war, teilte man dem Verein mit, dass sich witterungsbedingt der Umbau weiter verschieben wird bis Mitte des Jahres 2010. Allerdings ist derzeit auch der Innenausbau noch nicht abgeschlossen und so sind wir gespannt, ob der Termin eingehalten wird.
Hainhölzer Kulturgemeinschaft e. V.
Voltmerstr. 36
30165 Hannover
Tel. (05 11) 350 45 88
Fax (05 11) 350 45 08
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